Suchen

Besucher

Monat 997

Gesamt 456559

BAUR-TC.de wird regelmäßig überprüft von der Initiative-S

Die Dachrahmen-Innenverkleidung ist werkseitig aus Kunstleder bzw. PVC gefertigt. Sollte die bestehende Innenverkleidung erneuert werden, da schadhaft oder unansehnlich, so sollte man den alten Verkleidungsstoff nach Demontage nicht entsorgen! Er dient dem Sattler bei der Anfertigung des neuen Bezugsmaterials als Musterschablone. So wie im vorliegenden DIY ist nach Vorlage eines alten Bezugs aus Mercedes-Benz-Kunstleder eine neue Verkleidung durch einen Sattler vorgenäht worden. Hier ist der entsprechende Einbau dargestellt.

Vorweg: Der Einbau ist schon etwas zeitaufwendig, gar auch defizil zu bewerkstelligen. Ich habe für das Einsetzen der neuen Verkleidung insgesamt 12 Stunden benötigt, wobei hierbei jedoch eine Menge Zeit für das jeweilige Ablüften des Klebers gebraucht wurde.

Benötigte Werkzeuge:

  • - Schere
  • - Cutter
  • - Kleine Leimzwingen
  • - Pinsel für Kontaktkleber
  • - dünnen Wachsstift
  • - ggf. Reste von Kantenschutzleisten
  • - ggf. Fön
  • - Kontaktkleber / Empfehlung: BOSTIK oder UHU-Greenit

Dem Einbau ist das Verkleben von neuen Schaumstoffpolstern auf den Säulen als auch der Dachrahmung vorausgegangen. Ich habe im vorliegenden Fall an den A-Säulen 20mm-Schaumstoff; an den übrigen Stellen 10mm-Schaumstoff verklebt. Das Einkleben der Schaumstoffe ist relativ unproblematisch. Der Schaumstoff lässt sich gut mit Sprühkleber verarbeiten und ist direkt am Objekt noch gut nachzuschneiden.

Zu beachten ist, dass natürlich die A-Säulen lediglich bei demontierten Amarturenbrett zu bearbeiten sind.

Zuschnitt des Schaumstoffs für die A-Säule sowie eingeklebter Schaumstoff:

Die neue Verkleidung (Kunstleder) - hier von der Rückseite -

... wird zunächst aussen am Scheibenrahmen angeklebt ... trocknen lassen ...

... und sodann unter Spannung auf die Türdichtungsfalz geklebt:

Es kann dann schon der Schaumstoff unterhalb des Windlauf eingeklebt werden...in seiner Form einfach am entfernten Original orientieren. Und nach eingesetztem Armaturenbrett und unten am Scheibenrahmen angesetzter Dichtung schaut es dann schon sehr passig aus:

Nun kann die original Hartschaumschale unterhalb des Überrollbügels (Dachrahmen) und auch an den oberen B-Säulen innenseits eingeklebt werden sowie die Schaumstoffe der Seitenwangen (Fensterrahmen innenseits) auf beiden Seiten:

Auch der Schaumstoff (10 mm) der unteren B-Säule und auch der C-Säule (Fotos hierzu siehe weiterer Verlauf der Dokumentation) kann nun eingeklebt werden:

 

 

Nach den Arbeiten rund um die A-Säule und den Polsterverklebungen geht es dann zunächst an die Seitenanschlüsse der Hutablage. Hier zunächst den Zuschnitt grob ausrichten und schließlich verkleben. Bei jedwedem Verkleben ist sehr wichtig: Es handelt sich um einen Kontaktkleber. Der Kleber muss ablüften, bis bei Fingerprobe der Kleber bereits fast trocken "erscheint" und beim Auftippen keine Fäden mehr hochgezogen werden. Die Intensität der Verklebung wird dann nicht durch die Dauer des Drucks, sondern durch die Stärke des Drucks bestimmt:

 

Grobe Ausrichtung und aufbringen des Kontaktklebers:

... sowie Kontaktkleber auch auf den Kontaktflächen am Anschluss (Karosserieblech) und einkleben:

... andrücken, ablüften lassen und zum Abschluss die Einschnitte anpassen und Überstände abschneiden:

Dieses dann auch genauso an der anderen Seite vornehmen.

So folgt dann der Hauptteil der Arbeit. Zunächst wird der Bezugsstoff am Dachrahmen ausgerichtet. Hierzu empfehle ich die Verwendung von kleinen Leimzwingen. Wichtig ist, dass der Zuschnitt zentriert im TOP-Ausschnitt ausgerichtet wird. Dies ist der Fixpunkt, von dem alle weiteren Arbeiten abgehen:

Mit dem Einkleben habe ich dann am TOP-Ausschnitt zum Windlauf hin begonnen. Hier werden zunächst mit dünnem Wachs- bzw. Textilstift Hilfsmarkierungen angebracht. Um einen Ausgangspunkt zu haben, hier zunächst mittig einen Streifen von ca. 15 cm kleben:

... dann von dort nach außen in die Ecken weiterkleben; zunächst lediglich die Innenkante:

Die Ecken aufgrund der Vorspannung des Materials mit Leimzwingen fixieren und schließlich an den Seiten ebenso nach hinten zum Spriegel/Bügel vorarbeiten ...

Zum Schluss den Bügelanschluss; jedoch auch hier zunächst nur mittig, damit der Stoff (Kunstleder) anschließend schön in die unter Spannung stehenden Ecken gezogen werden kann:

Den eingeklebten TOP-Ausschnitt dann in dieser Beschaffenheit zunächst "ruhen" lassen, da die weiteren Arbeiten dann auch etwas Spannung auf das Material erzeugen.

Ich habe diese Verklebung dann zunächst über  Nacht "reagieren" lassen und habe am Folgetage weitergearbeitet.

 

Hier erfolgte dann zunächst das Umkleben der Umschläge. Auch hier ist wiederum gute Ablüftzeit zu beachten. Zum Schutz vor den lackierten Rahmenteilen empfiehlt es sich hier durchaus die Bereiche abzukleben, wenngleich der Kleber im "halbtrockenem" Zustand noch durchaus weggerubbelt werden kann, sollte mal etwas daneben gehen.

Zunächst Abkleben; dann müssen die Ecken eingeschnitten werden, damit sich der UM-Schlag auch UM-schlagen lässt:

... nach beidseitigem Auftrag des Kontaktklebers dann die Umschläge festkleben:

Zur besseren Fixierung schadet das Einlegen bzw. Aufstecken des Kantenschutzes nicht:

 

Weiter geht es dann am Windlauf mit den Hilfsmarkierungen:

Beidseitiger Kleberauftrag auf das Kunstleder sowie karosserieseitig auf Innen- und Außenfalz des Scheibenrahmen:

Von den Falten in den Ecken zur A-Säule nicht weiter irritieren lassen ... das gibt sich. Zur weiteren Fixierung durchaus die Scheibendichtung einsetzen und mit Krebband "sichern"

 

Es erfolgt die Verklebung des Bügels.

Auch hier zunächst nach hinten zum Verdeckanschluss Hilfsmarkierungen setzen ... dann Kleberauftrag beidseits ... auch im Bereich des Innenleuchten-Ausschnitts:

Geklebt wird allerdings auch von der Mitte ausgehend nach links und rechts bis hin zu den Verschlussaufnahmen.

Noch nicht weiter kleben!

Die sich nun bildenden Falten müssen noch in Ruhe weggearbeitet werden, da insbesondere in diesem Bereich zum Übergang in die C-Säule größere Spannungen herzustellen bzw. zu überbrücken sind.

Den Umschlag schließlich einkürzen, beidseitig Kleber auftragen, kleben und fertig ist der Überrollbügel:

Weiter geht es nun wieder vorne an den Seitenwangen zwischen A-Säule und Bügel....... Bedingt dadurch, dass bereits der Windlauf als auch der Bügel geklebt ist, legt sich das Material nun schon durchgewisse Vorspannung an die Seitenwangen an:

Hier auch wieder zunächst die Innenfalz kleben, Hilfsmarkierungen setzen, nach Ablüften wieder ansetzen.

Wenn die Seitenwange oben geklebt ist, kann man bereits den Rest des hinteren Bügels einkleben. Hier empfiehlt es sich auch etwas Kleber auf die Hartschaumpolster zu geben und das Material schön in die Ecke zu ziehen.

Weiter dann an der B-Säule zunächst bis zur Fensterkonsolenhöhe. Unter Spannung den Stoff (Kunstleder) hier nach unten verlaufend verkleben, nun im Gegenzug auf der anderen Seite in einem Zug umlaufend (unter Spannung) in den Falz des Fensterdreiecks einkleben:

... hier zur Fixierung ein Stück Kantenschutz aufklemmen. Im Bild rechts: Die Ecke (hier leider etwas verdeckt im Bild) im Übergang zur C-Säule muss hier etwas eingeschnitten werden, um Spannung aus dem Material zu nehmen.

Nun den Rest in die Ecke kleben und den Umschlag neben der Verriegelungsaufnahme herstellen. Weiter geht es dann unten an der B-Säule (zur Tür hin) und auf Umschlagbreite zurechtschneiden:

Ebenso die Umschläge an den Seitenwangen zurückschneiden - und so sieht es dann umgeschlagen aus (Bild rechts):

Die Falten ziehen sich noch mit Montage der Griffschalen und Sonnenblenden:

Schließlich kann schon mal das Türdichtungsgummi drauf - den "Auslauf" der Bespannung unterhalb der Fensterkonsole nach hinten spannen und auf die Rahmen kleben/punkten.

Das Ergebnis des Hauptteils:

Das gleiche folgt dann an der Fahrerseite - hier nochmals in kurzen Schritten:

 

 

Zum Abschluss geht es an die C-Säule.

Das Material zunächst an der 'geraden' Kante des Säulenabschnitts kleben - an der Oberseite beginnen:

... die Biegungen oben und unten erst ausgelassen, können diese nun ebenfalls verklebt werden:

... diese dann ebenfalls um die Falz geklebt durchaus Kantenschutz aufklemmen:

Es folgt nun wieder eine Hilfsmarkierung an der Innenseite und nachdem die 'gerade' Kante verklebt wurde, die untere Rundung innenseitig ankleben, dann auf Umschlagmaß schneiden (einkürzen) und Kerben einschneiden, um ein UM-kleben um die Falz zu ermöglichen:

Innenansicht

Den Anschluss an den Bügel zurechtkürzen. Hierzu zunächst den Stoff unter Spannung umlegen und die sich ergebene Eckenlinie anzeichnen....schneiden und einkleben

Fertig - wie gesagt, die sichtbaren Falten ziehen sich noch durch Montage der Griffschalen.