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EETarga – die zweite!
 
Ebony und Ivory in Estland – oder wie weit ist es vom Westerwald nach Palamuse?
 
Es ist der 14.08.2006, ein üblicher Feierabend, das Alltagsgeschäft vorbei – na was macht die gestresste Seele? Richtig, mobile.de und autoscout24.de werden angeklickt, und ein bisschen die Schätze dieser Welt bewundert.
 
Aber Hallo, was ist denn das bei autoscout24.de?
 
BMW 320 Baur TC Cabrio, kombiniert mit eta-Motordaten, kein Bild, Preis 1500,- Euro, als Fahrzeugausstattung nur Bordcomputer und Klima?!
Weitere Informationen: Garagenwagen, nur im Sommer gefahren 
 
Und da war es, das Jagdfieber!
 
Flugs angerufen, meldete sich eine nette weibliche Stimme: „Apotheke Herschbach, guten Tag, was kann ich für Sie tun?“ Kurzes Stutzen, dann von meiner Seite nur: „Entschuldigen Sie bitte, ich bin wohl falsch verbunden.“ Neuer Versuch; aber die nette Stimme der Apotheke ist wieder dran, also weiter: „Haben Sie ein BMW Cabrio zu verkaufen?“ Klare Antwort: „Wie bitte, nein, da sind Sie wohl falsch.“ Das Jagdfieber lässt nicht nach, den Hörer zur Hand – und los geht´s auf ein Neues. „Hallo, sagen Sie, fährt ihr Chef einen weißen BMW?“ Woraufhin nach einem Moment des Überlegens auf der anderen Seite ich nur die Frage an die Kollegin mitbekam: „.......sag mal, hat der Chef nicht noch dieses komische weiße Auto?“ Es erschall vernehmlich ein Ja – aber gleich folgte die Mitteilung, daß die Eigentümer bis zum 18.ten wohl noch in Urlaub wären und man mir nicht helfen könne.
 
18.08.2006 und Montagmorgen, 10 Uhr baltische Zeit, Hörer in die Hand und angerufen. Ich wurde mit dem Herrn Apotheker verbunden und dieser bestätigte auch das ein BMW Cabrio zu verkaufen wäre. Allerdings fiel die Beschreibung sehr spärlich aus: ja das Auto wäre quasi in 3.Hd., ja das Auto wäre weiß, ja das Auto hätte Tüv, ja es wäre wohl kein richtiges BMW Cabrio, ja der Motor wäre wohl irgendwie anders als andere BMW Motoren – und so ging das Frage und Antwortspiel einige Zeit. Ich habe wohl noch nie mit einem Verkäufer Kontakt gehabt dem der Verkauf so egal war. Es wurde aber klar – es musste sich um einen ETA-Baur handeln.
 
Irgendwie bekam ich zu der Sache am Telefon immer mehr Vertrauen. Als er dann noch erwähnte, nein ein Scheckheft gäbe es nicht, aber er wäre immer bei BMW zum Service gewesen, da reifte in mir die Entscheidung. Inzwischen weis ich auch das bis ca. 1986 Serviceheft und Bedienungsanleitung nicht getrennt waren, die später mit dem Fahrzeug erhaltene Anleitung wies sehr viele schöne Servicestempel auf – der Baur bekam sogar mal einen Ölwechsel in einer Jaguar Fachwerkstatt.
 
Ich bat um einige Bilder und versicherte ihm, daß für den Fall, daß die Bilder den gewünschten - und erhofften - Zustand zeigen würden, das Auto an mich verkauft wäre.
Ich würde für diesen Fall auch gar nicht handeln wollen, der Preis aus der Annonce wäre o.k., also 1500,- Euro. Da herrschte auf einmal Schweigen auf der anderen Seite. Nach einem kurzen Moment kam dann aber verhalten die Nachfrage: „....aber wieso, der Wagen soll doch 1900,- Euro kosten – und so wäre es doch auch annonciert... .“
 
.....da hatte seine Frau, die mit dem verfassen der Anzeige betraut worden war, den dritten Fehler gemacht. Der 320er war ein 325 eta, der Preis war falsch, die Klimaanlage nicht vorhanden - und zur Krönung hatte die Dame des Hauses den Wagen am Sonntag abends vor der Abreise in den Urlaub annonciert. Alles sehr verkaufsfördernd, ich möchte nicht wissen, wie viele potentielle Käufer dort in den 14 Tagen der Abwesenheit des Chef´s die Apotheke genervt haben.
 
Dann kamen nach 4 Tagen die Bilder, ich hatte die Geschichte schon bald abgeschrieben in dem Glauben, daß ein anderer Käufer schnell und kurz entschlossen der Geschichte vor Ort ein Ende bereitet hat. Nach Eintreffen der Bilder war die Sache klar, 30 Sekunden später den Hörer in die Hand genommen – alles noch mal bestätigt und um die Bankverbindung gebeten – das war eins.
 
Ohne Streitigkeiten einigten wir uns telefonisch auf 1500,- Euro und einen undefinierten Ausgleich, ein Carepaket mit estnischen Spezialitäten und eine Jagdeinladung zur Elch- oder Biberjagd ist auch im Kaufpreis enthalten gewesen.
 
Der Kaufvertrag und die Bankverbindung sollten mehr Mail kommen, aber wieder begann der Deal an den Nerven zu zehren. Der Verkäufer hatte es überhaupt nicht eilig – die Daten kamen per Fax nach mehrmaligem Nachfragen erst etliche Tage später. Den Kaufpreis haben wir dann sofort überwiesen, danach am Samstag zum Einkaufen nach Tartu, zusammen mit Aivi, meiner Freundin haben wir das Carepaket zusammengestellt und abgeschickt – ich hoffe das Ehepaar hat sich gefreut. Einen Trennungsschmerz galt es nicht zu lindern, der Baur war wohl nur ein Gebrauchsgegenstand, es bestand überhaupt kein Verhältnis zu diesem doch relativ seltenen Automobil.
 
Soweit alles aus der Distanz kein Problem. Aber wie kommt das Auto nach Estland? Alle hiesigen gewerblichen Transporteure angerufen – aber keine feste Zusage, der Westerwald ist wohl nicht gerade die westeuropäische Autoexportregion Nr.1!
 
Aber es gibt doch das Forum – da wird Ihnen geholfen denkt sich der Baur TC II. Besitzer in spe. - also kurz gepostet – und schon war ein Kandidat gefunden. Klause, damals noch Elchbesitzer, saß passender Weise vor dem Rechner und wollte gerade online Tickets nach Helsinki buchen um seinen Freund in Tallinn zu besuchen. Er sah den Thread und schickte kurz entschlossen eine PN. Nach einigen Telefonaten war klar – der Baur, mit Felix an Bord, wird über die Ostsee von Travemünde nach Riga verschifft. Mit Exportnummern frisch aus dem Westerwald startete Klause dann 10 Tage später zum Trip in den wilden Osten. Was kann die Ostsee einem ex-Marine schon anhaben?
 
Und was kam dann endlich an? Ein BMW 325 e Baur TC II., die Baur Nr. B46753-13 mit
EZ. 05.08.1986. Verkauft bzw. erfolgte die Erstübergabe durch Autohaus Schäfer GmbH in Bad König mit der Außenfarbe alpinweiß I., innen dunkelgrauem Stoff und Schaltgetriebe.
 
Ansonsten eine sehr sparsame Ausstattung:
originale BMW-Alufelgen in 6x14, also fachmännisch Kanaldeckel
BMW Sportlenkrad
elektrische Spiegel li. und re.
BC II. und ein BMW Bavaria Kassetten Digital Radio
und das war es schon, zudem waren rote Höffgen-Federn eingetragen - daher also die Tieferlegung, dies passierte lt. Brief 1994.

Alles andere ist total original. Die Bedienungsanleitung inklusive Wartungsübersicht existierte noch. 2002 hatte das Auto 152380 km auf dem Tacho - bis dahin brave Scheckheftpflege beim Freundlichen, die BA war schön vollgestempelt, danach folgte ein ruhiger Zeitraum, bei Abholung standen 166701 km auf dem Tacho, die letzten Jahre waren also eher Standjahre. Leider ist die Baur-Zusatz-BA verschwunden, es kommt also die von Ebony zum Einsatz.
Kurz die angebliche Geschichte des Autos: 1. Hd. soll ein Lotteriegewinn gewesen sein, auf dem Papenburger Treffen 2007 erhielt ich von einem Baur Mitarbeiter die Information, daß Baur hierfür tatsächlich mal einen weißen Baur gebaut hat....., 2. Hd. ein Steuerberater, dieser verkaufte das Auto in 3.Hd. an eine von ihm betreute Apotheke, dort lief es 10 – 15 Jahre als Geschäftswagen, dann hat der Apotheker das Auto privat weitergefahren - da es 2005 ? bereits einen neuen Brief gab, ist die Historie nicht belegbar - leider! Der Baur lief wohl die gesamte Zeit im Westerwaldkreis, darauf lassen die Stempel im Scheckheft schließen.

Nun zum Zustand - es sind leichte Dellen im Lack festzustellen, hinten hat man wohl mal einen Begrenzungsstein beim Rückwärtsfahren erwischt, die Reserveradmulde wurde leicht eingedrückt – waren aber Kleinigkeiten, das selbe auch am Unterboden, der jagende Apotheker ist wohl mal im Wald rückwärts gegen einen Baumstumpf gekommen! Diese Schäden habe ich im Frühjahr 2007 aufgearbeitet und auch gleichzeitig die vorderen „Dreckecken“ am Kotflügelübergang zum Fußboden/A-Säulen Bereich gesäubert und neu konserviert. Die linke und rechte Schwellerseite glänzen jetzt auch beide wieder in Schwarz – warum der Vorbesitzer die rechte Seite in weiß überlackiert hatte – schwer nachvollziehbar!

Das Auto ist im Prinzip nun rostfrei! Das hintere Verdeck habe ich im Oktober 2006 in Pohlheim bei ck-cabrio erneuern lassen. Die Baur Dichtungen sind sehr gut, ich denke der Vorbesitzer hat das Auto in den letzten 10 Jahren nicht so oft auf und zugemacht wie ich meinen ex. 316er Baur TC II. in einem Jahr.
 
Dann kamen noch die gesamten Kleinigkeiten: der Vorwiderstand der Lüftung musste erneuert werden, eine Mäusefamilie hatte den Hohlraum über dem Heizungskasten als Wohnung missbraucht. Vorne habe ich neue Boxen installiert, zusammen mit dem originalen BMW Kassettenradio sorgt das für einen guten Klang. Mein Recarositz in schwarzem Leder ersetzte den Fahrersitz der nun zur Schonung im Keller steht. Den Zahnriemen gewechselt, die Wasserpumpe gleich mit, die Innenbeleuchtung war verschmort – die neue gebrauchte aber im Fundus, das Gummi um den Tankeinfüllstutzen wurde erneuert – soweit ein Teil des Kleinkrams der neben einem Austausch aller Flüssigkeiten noch anfiel.
 
Die vorhandene Tieferlegung wurde komplett ausgebaut und an einen TBH Freund in Estland weiterverkauft, der Baur TC bekam neue Federn und Monroe Gasdämpfer. Er wirkte sehr hochbeinig, das Fahrwerk war immer noch erstaunlich straff – aber jetzt den estnischen Straßenverhältnissen angepasst. Zum Frühjahr 2007 gab es einen neuen Zündkabelbaum, Heckleuchtendichtungen, eine fehlende Abschirmung am Unterboden und einen neuen Chromkeder für die Windschutzscheibe. 
 
So haben sie sich dann 2006 in Palamuse getroffen, Ebony aus Estland, mein diamantschwarzmetallik farbener 316i Baur TC II. aus 1990 und Ivory aus dem Westerwald - aber es war nur eine kurze Begegnung. Ebony wurde annonciert, Lauri, der erste, und einzige Anrufer, hat ihn dann auch gleich gekauft – und 2 Wochen später abgeholt. Zum Abschied noch ein paar Erinnerungsphotos – und dann war die Trennung da. Auch Klause musste sich trennen, seine Scheckkarte blieb im estnischen Geldautomaten und sein Elch wollte auch nicht wieder nach Deutschland zurück und lebt jetzt als mein Avatar im hohen BMW Norden weiter!
 
Der 325er eta Baur tritt bei mir wieder die Rolle des Lieblingsfahrzeuges Nummer 1 an, er wird mich sehr lange begleiten. Einen 325 eta Baur TC II. habe ich immer gesucht! Lange Zeit erzitterte Ebony bei jedem eta-Limousinen Angebot im Internet, auf Dauer wäre ihm dieser Umbau bei mir wohl nicht erspart geblieben. Erhalten bleiben mir aber die Bilder von Ebony. Wie auch auf der Homepage vom Baur Club nachzulesen, hat ein deutscher Profiphotograph das Auto auf dem Zenit seines Autolebens verewigt.
 
In den baltischen Wintern überwintert Ivory in einer Scheune dicht bei meiner Werkstatt, dort ist es kalt und trocken. Ob er noch vom Westerwald träumt? Oder fühlt er sich nun im Osten zu Hause? Die Antwort kennt er nur selber – genauso wie seine eigene History!
 
Mai 2007

 

 
TC2 467532007/2008 kamen dann noch einige Veränderungen in der Optik und Technik:
 
TC2 46753Der Baur TC bekam ein komplettes Paket Alpina-Goodies:
 
·        7*16 Felgen vorne und 8*16 Felgen hinten, montiert wurden auch die originalen kleinen Abdeckungen am hinteren Radhaus, diese hat Alpina bei 8*16 vorgesehen
 
·        4-Speichen Alpina - Lederlenkrad, Alpina - Holzschaltknauf mit passendem Ledersack
 
·        neue Eibach Tieferlegungsfedern mit 20 mm Tieferlegung, damit sind auch die Karosseriehöhe und der verbleibende Raum im Radhaus im harmonischen Einklang
 
·        Eibach Antirollkit – also einstellbare Stabilisatoren für vorne und hinten, damit ist meiner Meinung nach die perfekte Fahrwerksabstimmung gelungen
 TC2 46753
Im Frühjahr 2009 kamen dann ein paar technische Dinge an die Reihe, die Ölwannendichtung wurde erneuert, die Kofferraumdichtung gewechselt, eine neue Antenne verbaut und als letztes Projekt steht der Einbau eines wirklich guten Soundsystems von Infinity mit CD Wechsler an. Km-Stand zur Eröffnungsveranstaltung, einer Ausfahrt nach Riga waren genau 199500 km.
 
Der Einbau von einer anderen Innenausstattung in schwarzem Leder mit Sitzheizung (die originale Innenausstattung wird schonend im Keller geparkt werden) und die Montage einer Servolenkung steht später an.
 
TC2 467532009/2010, die Winter sind hier ja lang, kommt es wohl zur Neulackierung hinten rum und ich werde einen Satz vorhandenes Colorglas einbauen.
 
Aber bis dahin werden von ein paar km vergehen………., aber nein – alles kam ganz anders:

Pünktlich zu der von mir organisierten Veranstaltung BMW Baltic Open fuhr meine Freundin rückwärts in der Werkstatt einen Tisch an.

TC2 46753

Ergebnis – eine Beule genau über der Lampe hinten rechts.

Also flugs das Auto demontiert und zum Lacker gebracht.

TC2 46753Nach einer 3-monatigen Odyssee bekam ich dann den Baur pünktlich zum Herbst am 30.09.2009 wieder zurück. Dies nun auch mit einer fehlerfreien Lackierung. Es folgt nun die Montag in den nächsten 2 Wochen – und dann geht es in das Winterlager.

TC2 46753Gruß, EETarga