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Hier die Geschichte vom "Hummel"-TC2 (Danke Stefan für Dein Einverständnis):

Mein Weg zum Baur

Einige Jahre waren seit meinem ersten 325i ins Land gegangen – und auch einige Autos. Das Hobby Oldtimer / Youngtimer hatte zwischenzeitlich von mir Besitz ergriffen. So war ich zwischen September 1997 und Dezember 2003 stolzer Besitzer eines jadegrünen VW Käfer aus dem Jahr 1960, ein Prachtstück aus erster belgischer Hand, ungeschweißt, erster Lack, letzte Baureihe mit Winkern statt Blinkern – ein Auto zum Behalten und alt werden. Leider zwang mich unser damaliger Alltags-Familienwagenalptraum, ein VW T4 mit VR6-Motorisierung, zum außerplanmäßigen Verkauf: kurz nacheinander verabschiedeten sich Motor und Automatikgetriebe, und das schlagartig auftretende Finanzloch in stattlicher Höhe ließ sich letztlich nur mit dem Käfer stopfen. So mußte ich ihn schweren Herzens ziehen lassen – vergessen werde ich ihn nie.

Nachdem wir uns finanziell wieder aufgerappelt hatten, mußte natürlich wieder ein „Spaßmobil“ her. Um es kurz zu machen: ich war wohl nach dem plötzlichen Verlust des geliebten Käfers irgendwie nicht mehr „automobil bindungsfähig“, so daß in lockerer Folge einige nette Wagen eine kurze Karriere in meinem Besitz durchlebten, ohne mich wirklich restlos zu begeistern.

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Tja, und schließlich, im September 2004, kam er – mein ultimativer Traumwagen, eine Kombination aus alledem, was ich zuvor an positiven Eigenschaften „erfahren“ habe: das E30 325i BMW Baur Topcabrio, für mich die eierlegende Wollmilchsau im Automobilbau. Ausreichend Zylinder, ausreichend Dampf, ausreichend Cabrio, Spaß im Überfluß bei überschaubarem Verbrauch. Mein Spaßmobil für die kommenden Jahre war gefunden!

Das Elend hat viele Gesichter: mit diesem Motto kann ich meine Suche nach einem Baur Topcabrio im Sommer 2004 überschreiben. Ich habe viel Elend gesehen, und ich mußte etliche Wagen ansehen, bis mich endlich ein Baur wirklich ansprach - und selbst der hatte noch Läuse genug im Pelz...

Im September 2004 fand ich meinen Baur bei mobile.de, die Annonce klang vielversprechend: 325i Baur Topcabrio, zweite Hand, unverbastelt, guter Zustand, unfallfrei mit meiner Wunschausstattung M-Tech 1, 182000 Kilometer gelaufen. Ich machte mich also auf in den hohen Norden nach Kaltenkirchen, fand aber etwas völlig anderes vor, als in der Annonce beschrieben war. Wie fast immer bei einem Autokauf liegen Dichtung und Wahrheit meilenweit auseinander...

TC2 45265Der Wagen hatte, nun ja, nennen wir es mal vorsichtig "etwas Pflegerückstand". Er war dreckig, ungepflegt, wirkte etwas verwohnt und hatte offensichtlich lange keine Werkstatt mehr gesehen. Ein Blick in den Brief offenbarte zudem drei Besitzer - im zweiten Brief, der wegen zu langer Abmeldung einmal erforderlich wurde. Der Wagen war also in vierter Hand. Dazu kamen ein paar äußerliche Blessuren, ein ziemlich fertiges hinteres Verdeck sowie ein aufgescheuerter Fahrersitz. Die montierten Räder waren einfach nur häßlich und stillos. Aber die Substanz war absolut kerngesund, und mit etwas Phantasie konnte ich mir meinen Traumwagen schon vorstellen...

Eigentlich wollte ich direkt wieder fahren, die Probefahrt brachte aber immerhin einen perfekt laufenden Wagen - und eine defekte Auspuffanlage zum Vorschein. Ich wollte ihn dennoch haben, schon wegen der seltenen und weitestgehend intakten M-Tech-Ausstattung, die er ab Werk besaß.

TC2 45265Die Heimfahrt verlief reibungslos, mal abgesehen davon, daß der Wagen auf seinen völlig abgefahrenen Reifen im Regen "etwas" spektakulär zu bewegen war - bei jedem Gasstoß ging das Heck weg, es war abenteuerlich...

Die erste Bestandsaufnahme daheim brachte dann noch allerhand Handlungsbedarf zum Vorschein: die Bremse war vorne völlig fertig, die Reifen wie bereits beschrieben steinhart und am Ende, der Endtopf irreparabel. Alles das und vieles mehr habe ich in der Folgezeit gerichtet, die Innenausstattung wurde in einen ekelfrei bewohnbaren Zustand gebracht, die Technik überholt, die Räder komplett erneuert und meine Favoriten AZEV A in 7,5J*16 mit 205/50/16 verbaut.

TC2 45265Gleich nach dem Kauf im Herbst 2004 wurde die völlig fertige Bremse komplett überholt. Die häßlichen Räder wurden bei ebay zu Bargeld gemacht, ihren Platz nahmen nagelneue Felgen AZEV A in 7,5J*16 mit Bereifung 205/50/16 ein, seit jeher meine Favoriten am E30. Der Auspufftopf wurde erneuert, und ein Fahrwerk mit 40mm Tieferlegung wurde verbaut. Zahlreiche Kleinigkeiten wurden zudem instand gesetzt. So stand der Wagen erst einmal wieder sauber fahrbereit da - der nächste Sommer konnte kommen. Auch innen wurde die Ausstattung wieder auf Vordermann gebracht und teilweise erneuert. Insgesamt flossen im Herbst 2004 rund 2200.- Euro und zahlreiche Arbeitsstunden in den Wagen.

Im Juni 2006 hat der Wagen dann mit Verspätung frischen TÜV bekommen - fällig war er im August 2005, aber ich habe es immer vor mir her geschoben. Im Rahmen der Abnahme sind etliche Arbeiten ausgeführt worden, so der überfällige Wechsel von Zahnriemen, Wasserpumpe, Spannrolle und zahlreicher Kleinigkeiten. Auf der Hinterachse hat es neue Tonnenlager gegeben - Routineprogramm für BMW-Fahrer. Auch Räder und Fahrwerk sind nun endlich eingetragen. So gerüstet ging es nun in den Sommer 2006 mit dem zweiten Treffen des E30-Forum in Hille. Erneut habe ich rund 800.- Euro in den Wagen versenkt - watt mutt, datt mutt.

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Im Sommer 2007 hatte der Wagen mittlerweile rund 191000 Kilometer auf der Uhr. Der Wagen macht mich immer wieder an, es ist die wahre Pracht. Da die Außenhülle mittlerweile nicht mehr sehr ahnsehnlich war, hatte ich im März die glorreiche Idee, die seit längerem geplante, große Restauration anzugehen. So begann am ersten April die Zerlegung - am folgenden Tag hielt der Sommer Einzug. Nach der Zerlegung zeigte sich ein verblüffend gesundes Auto, nur drei Stellen mußten nach immerhin 22 Jahren geschweißt werden, zwei Stellen davon auch nur, weil ein kleiner Parkrempler nicht rechtzeitig behoben wurde. Äußerlich war alles prima, der Rost kam von innen, da durch den Rempler die Konservierung aufgebrochen war... Großer Pluspunkt: der Wagen ist komplett unfallfrei.

Anfang Juli sollte der Wagen eigentlich vom Lackierer zurückkommen. Eigentlich. Dann noch schnell ein neuer Verdeckbezug, und die Hohlraumversiegelung sowie die anschließende Montage konnte beginnen. So war der Plan. Es wurde auch höchste Eisenbahn, denn am 11.8.2007 stand mein drittes eigenes BMW-Treffen auf dem Programm... Doch leider hatte ich die Rechnung ohne den Lackierer gemacht...

TC2 45265Anfang Juli hatte ich dann die Faxen dicke: der Lackierer kam überhaupt nicht in die Gänge, der Wagen stand nach wie vor fast unangetastet herum. Lediglich ein wenig Spachtel hatte man bis dato verteilt, kein Gedanke an eine termingerechte Fertigstellung. Es gebe halt auch wichtige Kunden, so sagte man mir auf Nachfrage. Da ich offensichtlich nicht wichtig genug war, holte ich den Wagen kurzentschlossen wieder ab. Auf Empfehlung meines Sattlers ging der Wagen dann zur Lackiererei Schling in Lübbecke. Bernd Schling ist ein Pfundskerl, der paßt in die Welt, und er versprach mir aus der Patsche zu helfen. Als die Lackierung fertig war, da war ich gut 2000.- Euro ärmer. Hinzu kamen bereits Vorarbeiten für 1100.- Euro beim Karosseriebauer sowie zahlreiche Teile.

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10.7.2007: es war vollbracht, der Baur war lackiert. Die Fa. Schling in Lübbecke hatte den Wagen in wundervoll glänzendes delphin-metallic gehüllt. Ich war sehr zufrieden!

Freitag Nachmittag wurde der Trailer angespannt und der Wagen mitsamt den Anbauteilen aus Lübbecke abgeholt. Über das Wochenende wurde der Wagen komplett hohlraumversiegelt und auch bereits teilweise montiert. Gleich Anfang der kommenden Woche ging es dann zum Sattler, den Job übernahm Fa. Erker in Nordhemmern, Inhaber Rainer Bokemeier, der perfekte Arbeit lieferte. Und schon eine Woche später ging es an den weiteren Zusammenbau - der Sattler war bereits fertig.

TC2 45265Ende Juli war der Baur endlich wieder auf der Straße! Wurde aber auch Zeit, denn mein Treffen am 11.8. rückte unaufhaltsam näher.

26.7.2007: Der Baur war bis auf ein paar Kleinigkeiten fertig, und das Ergebnis fand ich recht überzeugend. Es dürfte jetzt einer der deutlich besseren E30 sein, die noch auf Deutschlands Straßen fahren. Die Mühen und das viele investierte Geld wurden mit einem traumhaft schönen Wagen belohnt. Nun wurde noch fix frisch TÜV und AU gemacht, und alles war wunderbar!

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Schon seit langem war bei mir der Wunsch nach etwas mehr Leistung im Baur ganz oben auf dem Zettel. Damit also keine Langeweile aufkam, begann ich im Frühjahr 2008 mit dem Aufbau eines 327i nach Variante 3.3 von www.e30.de Basis war ein 129PS Eta-Motor, den ich für 200.- Euro in Walsrode gekauft hatte. Der Eta-Motor hatte für mich den Vorteil, daß ich zum Einen zwingend benötigte Teile wir Block, Kurbelwelle und Pleuel direkt zur Verfügung hatte, zum Anderen, daß mein Originalmotor bis zum eigentlichen Tausch im Wagen bleiben und ich so weiter fahren konnte. Der Eta-Block erwies sich auf Grund seines guten Zustands als die richtige Wahl: Man sah an den geringen Verschleißspuren deutlich, daß der Eta auf insgesamt deutlich niedrigerem Drehzahlniveau als ein 325i läuft. Die Kurbelwelle stellte sich bspw. als perfekt heraus und war im Neumaß.

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Da ich auf Verdichtung 9,7:1 bauen wollte, habe ich vom Block 2,2mm abgenommen. Der Block bekam zudem neue Froststopfen. Dazu kam ein neuwertiger, gebrauchter Kopf, den ich um 1/10mm plante. So ergab sich das gewünschte Verdichtungsmaß von 9,7:1 in Verbindung mit den gewichtsoptimierten Kolben aus einem 325i. Die Kolben wurden neu beringt (Mahle) und in die frisch gehonten Laufbuchsen eingesetzt. Pleuel und Hauptlager wurden komplett neu gelagert (Mahle), der Block mit einem neuen Dichtsatz wieder montiert (Elring). Die Ölpumpe war im Bestzustand und konnte nach einer gründlichen Reinigung wieder eingebaut werden.

Der zugekaufte, riß- und riefenfreie Kopf eines 325i wurde abgedrückt und überholt und bekam neue Kipphebel und eine Schrick-Nockenwelle spendiert (284° / 272°). Auch hier wurde anschließend mit Elring abgedichtet und montiert. Ein verstellbares Nockenwellenrad sowie natürlich neue Wasserpumpe, Zahnriemenkit und Viscolüfter (alles original BMW !) rundeten den Motorbau ab. Eine erleichterte Schwungscheibe gibt dem Motor ein besseres Ansprechverhalten, die Kupplung wurde erneuert. Alle Schläuche sowie so ziemlich alle Verschleißteile rund um den Motor wurden erneuert. Beispielsweise wird der Kopf durch flammneue Einspritzventile gefüttert, um nur ein Beispiel zu nennen.

Das der Motor auch optisch aufbereitet wurde, versteht sich wohl von selbst. In dem Zusammenhang habe ich Ansauggeweih und Ventildeckel schwarz lackiert und die BMW-Embleme herausgearbeitet und klar lackiert. Eingebaut sieht das Ganze nun so aus:
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Ich habe keine Kosten gescheut, um einen sehr guten Motor aufzubauen. Die Kosten der gesamten Aktion belaufen sich auf rund 3000.- Euro. Im Zusammenhang des Motorumbaus habe ich auf die bestmögliche Abgastechnik aufgerüstet, der Baur erfüllt also mittlerweile Euro II. Hierzu mußte auch ein jüngerer Motorkabelbaum eingesetzt und ein jüngeres Motorsteuergerät eingesetzt werden, da der Baur im Jahr seiner Entstehung katlos ausgeliefert wurde. Erst im Jahr 1999 war er mit einem Gat-Katalysator nachgerüstet worden, welcher aber nur Euro I ermöglichte. Der Lohn der Arbeit ist ein geradezu unglaublicher Verbrauch: der Motor kommt aktuell mit durchschnittlich 7,8 Litern aus, weniger als vor dem Umbau.

Desweiteren habe ich die gesamte Schaltkulisse aufgearbeitet und gleichzeitig mit Z4-Teilen (dem BMW-Baukastenprinzip sei Dank!) eine Schaltwegverkürzung hergestellt. Der Lohn sind absolut knackige Schaltvorgänge und ein sehr präzise zu schaltendes Getriebe.

Abschließend möchte ich meinem Kumpel Olli ("Kirk") sowie meinem Sohn Sebastian danken. Ohne die Beiden wäre ich wohl nie fertig geworden, sie standen mit Rat (Olli) und Tat (Sebastian) stets hilfreich zur Seite.

TC2 45265technische Daten:

Fahrgestellnummer WBAAB310100846276
Aufbaunummer Baur 45265
BMW 3/1 325i, Motor M20B25
Umbau auf 327i (M20B27) im Jahr 2008
Werkskat mit Euro II - Kit
Hubraum 2674 cm³
Leistung ca. 200PS
Beschleunigung 0-100 km/h 7,8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit unbekannt - ich habe ihn noch nie ausgefahren
Gewicht 1125KG
Produktion 9/1985
Erstzulassung 6.8.1986
Umbau auf Baur-Topcabrio durch die Firma Baur, Stuttgart
Ausstattung: M-Tech-1-Verspoilerung incl. Seitenschweller mit "Hörnchen", Sportsitze, eFH, großer Bordcomputer, Lederlenkrad M-Tech 1, Lederschaltknauf M-Tech, Innenspiegel mit Beleuchtung (nachgerüstet), Spiegelhochtöner (nachgerüstet), Panasonic CD-Autoradio, schwarzer M-Tech Innenhimmel, Winterpaket (beheizte Scheibenwaschdüsen, Außenspiegel und Türschlösser), Servolenkung, 40mm Tieferlegung durch Schätz-Federn, AZEV A Aluräder in 7,5j*16 mit 205/50/16, lackierte Außenspiegel, DE-Frontscheinwerfer ohne Halbmond, dunkle Rückleuchten, dunkle Blinker vorne, Scheinwerfer-Wisch-Wasch-Anlage
Fahrzeug wurde im September 2004 gekauft und sofort anschließend im Herbst 2004 für 2200.- Euro umfangreich teilrestauriert und technisch überholt
weitere Auffrischungsarbeiten im Mai 2006 für rund 800.- Euro, neuer TÜV im Juni
Restauration (geringfügige Schweißarbeiten, Außenlackierung, Hohlraumversiegelung, neues Verdeck und viele Kleinigkeiten wie Dichtungen, Embleme, Zierteile usw.) für rund 5000.- Euro von April bis Juli 2007
Motorumbau auf 327i im Frühjahr 2008, Investition rund 3000.- Euro
alle Nachrüstungen und Umbauten problemlos rückrüstbar, somit ist eine Herstellung des  Originalzustandes jederzeit wieder mit geringem Aufwand möglich